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 Um zu sterben leben wir ein Leben lang...

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Rainbow Dash
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Di 27 Aug 2013 - 22:26

Der gute Alfi möge er in ruhe Frieden finden !

Ihm wird es da oben sicher gut gehen !

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cRAwler23
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mi 28 Aug 2013 - 22:59

Ich wünsch ihm ganz viel Milch, frisches Fleisch und viel Catnip im Katzenhimmel, R.I.F. Alfi! cat 

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Keek
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mi 18 Sep 2013 - 17:40


Marcel Reich-Ranicki ist tot

Marcel Reich-Ranicki ist tot. Das meldet der Journalist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher bei Twitter.

"Marcel Reich-Ranicki ist im Alter von 93 Jahren gestorben" so die kurze Meldung von Frank Schirrmacher bei Twitter. Anschließend schreibt Schirrmacher noch: "Wir trauern alle. Noch vor 2 Stunden habe ich ihn besucht."

Marcel Reich-Ranicki wurde 1920 im polnischen Wloclawek geboren, lebte aber ab 1929 bei Verwandten in Berlin. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er ins Warschauer Ghetto umgesiedelt. Dort lernte er seine spätere Frau Teofila kennen. Nach dem Krieg kehrte er über Umwege nach Deutschland zurück, wo er als Literaturkritiker bei der FAZ seine Karriere zum "Literatur-Papst" begann.

Vor allem durch seine Teilnahme an Treffen der "Gruppe 47", einer Schriftsteller-Gruppe, zu der unter anderem Günter Grass, Siegfried Lenz oder Heinrich Böll gehörten, wurde Reich-Ranicki zu einem großen Namen in der deutschen Literatur. 1959 überwarf er sich mit dem damaligen Leiter der FAZ-Literaturredaktion, Friedrich Sieburg, und wechselte daraufhin zur "Zeit".

Dort festigte er seinen Ruf als einer der bedeutendsten Literaturkritiker des Landes. 1973 kehrte er als Leiter der Literaturredaktion zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung zurück.

Die größte Aufmerksamkeit erfuhr Reich-Ranicki aber als Mitglied - und Aushängeschild - des "Literarischen Quartetts" im ZDF. 13 Jahre lang erklärten uns Hellmuth Karasek, Sigrid Löffler und Marcel Reich-Ranicki mit jeweils einem Gast pro Sendung, welche Bücher wir lesen und welche wir besser ignorieren sollten. Empfehlungen der Runde wurden zu Bestsellern, die besprochenen Bücher waren am Tag nach der Ausstrahlung in den Läden regelmäßig vergriffen.

Umgekehrt gab es immer wieder große Diskussionen, wenn Werke bedeutender Autoren verrissen und dadurch zu Ladenhütern wurden: Günther Grass kündigte Reich-Ranicki nach der Besprechung von "Ein weites Feld" die Freundschaft, Martin Walser veröffentlichte seine Mordfantasien in dem Buch "Tod eines Kritikers".

Auch Reich-Ranicki selbst schaffte es in die Bestsellerlisten: Seine Autobiografie "Mein Leben" wurde ein großer Erfolg, der 2009 mit Matthias Schweighöfer und Katharina Schüttler verfilmt wurde. Seinen Literatur-Kanon, den er für den "Spiegel" zusammenstellte, bezeichnete er selbst als sein "Opus Magnum", mit dem er die Meilensteine der deutschen Literatur einer breiten Öffentlichkeit vermittelte.

In seiner langen Karriere erhielt Reich-Ranicki zahllose Preise, darunter so unterschiedliche Auszeichnungen wie den "Thomas-Mann-Preis", das große Verdienstkreuz mit Stern und den Bambi. Den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk im Jahr 2008 lehnte er dagegen bei der Preisverleihung ab - mit der Begründung: "Ich gehöre nicht in diese Reihe (der Ausgezeichneten; Anm. d. Red.). Ich finde es schlimm, dass ich das hier heute Abend erleben musste." Eine Äußerung, die ihm viel Lob, aber auch viel Kritik einbrachte und damit das Schaffen Reich-Ranickis perfekt symbolisiert.

Nach dem Tod seiner Frau Teofila im April 2011 war es ruhig um Reich-Ranicki geworden. Im März 2013 wurde bekannt, dass der "Literatur-Papst", wie ihn die "Bild" taufte, an Krebs erkrankt war.

Quelle: http://www.gmx.net/themen/unterhaltung/kultur/64amsdg-marcel-reich-ranicki-tot#.hero.Marcel%20Reich-Ranicki%20ist%20tot.590.180


Da bleibt nur zu sagen: Machen sie es gut Herr Reich-Ranicki und zerreißen sie meinen kurzen Kommentar bitte nicht. <---Also diesen hier.


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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mi 18 Sep 2013 - 18:49

Er würde deine Würdigung nicht annehmen! Wink

R.I.P.

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mi 18 Sep 2013 - 21:23

"Ich nehme diesen Tod nicht an!"

Möge er endlich Bücher lesen können ohne an ihnen Kritik üben zu müssen, ohne lästige Galas und Preisverleihungen. Er war sicherlich der sachlichste Kritiker unserer Zeit, weitsichtig, humorvoll und rational.

Damit hat er sich durchaus erinnerungswürdig gemacht:





R.I.F. Marcel

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Fr 6 Dez 2013 - 0:53

Tod einer Legende: Nelson Mandela



Eine ganze Nation bangte monatelang um seine Genesung, aber am Donnerstag starb Südafrikas großer Freiheitskämpfer: Nelson Mandela. Er wurde 95 Jahre alt - und war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Ein Nachruf auf den Friedensnobelpreisträger. Nelson Rolihlahla Mandela schrieb Weltgeschichte. Der Größte aber war er, weil er sich eine zärtliche Aufmerksamkeit für solche Kleinigkeiten leistete – der 1,90-Mann stand stets auf, wenn er begrüßt wurde. Jeder, dem Mandela begegnete, kann eine Geschichte darüber erzählen, wie menschlich er gewesen ist. Für manche war es bequemer, ihn zu vergöttern. Doch anders als andere Staatsmänner war er stets darauf bedacht, sich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen.

Er war ein führender südafrikanischer Anti-Apartheid-Kämpfer und Politiker. Mandela verbrachte 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft und war von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident seines Landes. Mandela gilt neben Martin Luther King als wichtigster Vertreter im Kampf gegen die weltweite Unterdrückung der Schwarzen sowie als Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einem gleichheitsorientierten, demokratischen Südafrika. 1993 erhielt er den Friedensnobelpreis.
**


Six Things Nelson Mandela Believed That Most People Won’t Talk About



1. Mandela blasted the Iraq War and American imperialism. Mandela called Bush “a president who has no foresight, who cannot think properly,” and accused him of “wanting to plunge the world into a holocaust” by going to war in Iraq. “All that (Mr. Bush) wants is Iraqi oil,” he said. Mandela even speculated that then-Secretary-General Kofi Annan was being undermined in the process because he was black. “They never did that when secretary-generals were white,” he said. He saw the Iraq War as a greater problem of American imperialism around the world. “If there is a country that has committed unspeakable atrocities in the world, it is the United States of America. They don’t care,” he said.

2. Mandela called freedom from poverty a “fundamental human right.” Mandela considered poverty one of the greatest evils in the world, and spoke out against inequality everywhere. “Massive poverty and obscene inequality are such terrible scourges of our times — times in which the world boasts breathtaking advances in science, technology, industry and wealth accumulation — that they have to rank alongside slavery and apartheid as social evils,” he said. He considered ending poverty a basic human duty: “Overcoming poverty is not a gesture of charity. It is an act of justice. It is the protection of a fundamental human right, the right to dignity and a decent life,” he said. “While poverty persists, there is no true freedom.”

3. Mandela criticized the “War on Terror” and the labeling of individuals as terrorists, even Osama Bin Laden, without due process. On the U.S. terrorist watch list until 2008 himself, Mandela was an outspoken critic of President George W. Bush’s war on terror. He warned against rushing to label terrorists without due process. While calling for Osama bin Laden to be brought to justice, Mandela said, “The labeling of Osama bin Laden as the terrorist responsible for those acts before he had been tried and convicted could also be seen as undermining some of the basic tenets of the rule of law.”

4. Mandela called out racism in America. On a trip to New York City in 1990, Mandela made a point of visiting Harlem and praising African Americans’ struggles against “the injustices of racist discrimination and economic equality.” He reminded a larger crowd at Yankee Stadium that racism was not exclusively a South African phenomenon. “As we enter the last decade of the 20th century, it is intolerable, unacceptable, that the cancer of racism is still eating away at the fabric of societies in different parts of our planet,” he said. “All of us, black and white, should spare no effort in our struggle against all forms and manifestations of racism, wherever and whenever it rears its ugly head.”

5. Mandela embraced some of America’s biggest political enemies. Mandela incited shock and anger in many American communities for refusing to denounce Cuban dictator Fidel Castro or Libyan Colonel Muammar Gaddafi, who had lent their support to Mandela against South African apartheid. “One of the mistakes the Western world makes is to think that their enemies should be our enemies,” he explained to an American TV audience. “We have our own struggle.” He added that those leaders “are placing resources at our disposal to win the struggle.” He also called the controversial Palestinian Liberation Organization leader Yasser Arafat “a comrade in arms.”

6. Mandela was a die-hard supporter of labor unions. Mandela visited the Detroit auto workers union when touring the U.S., immediately claiming kinship with them. “Sisters and brothers, friends and comrades, the man who is speaking is not a stranger here,” he said. “The man who is speaking is a member of the UAW. I am your flesh and blood.”
*

Er hat ein Land aus rassistischer Spaltung in eines der modernsten und weltoffensten Länder Afrikas gebracht, hat viel Leid im Leben ertragen und einen zu seiner Zeit aussichtslosen Kampf geführt, doch am Ende hat er dieses Land verändert und wurde so zum Symbol seiner Zeit. War ein bescheidener, weiser und auch humorvoller Zeitgenosse und Freiheitskämpfer, einer der wirklich eines Friedensnobelpreises würdig war. R.I.F. Nelson!

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Do 19 Dez 2013 - 22:53

Ronald Biggs



1929 - 2013

Das ist Punk.

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Di 24 Dez 2013 - 0:12

Zum Tode von Michail Kalaschnikow: Ein russisches Leben



Michail Kalaschnikows Erfindung hat die Kriegführung nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt: Billig, robust, tödlich - das Sturmgewehr AK-47 ist die Waffe der Armen. Jetzt ist der Konstrukteur gestorben. In seiner Heimat war Kalaschnikow ein Held und der letzte Vertreter von Russlands goldenem Zeitalter. Niemand kann behaupten, die Rote Armee sei beeindruckt gewesen von der Erfindung dieses schmächtigen jungen Mannes, der sich vorstellte als Michail Timofejewitsch Kalaschnikow. Kühl notierten die Rüstungsexperten, das von Kalaschnikow entworfene Sturmgewehr sei "kompliziert und teuer" und "in vorliegender Form von keinem industriellen Interesse".

Selten haben Militärs derart falsch gelegen. Heute nutzen Truppen von rund 60 Ländern die Kalaschnikow. Das Kürzel AK-47 steht für die erste Version des Sturmgewehrs, auf Russisch "Awtomat Kalaschnikowa obrasza 47", benannt nach dem Jahr 1947, in dem die Sowjetunion die Serienproduktion aufnahm. Jede sechste Handfeuerwaffe weltweit ist eine Kalaschnikow, um die hundert Millionen sollen es insgesamt sein, ganz genau weiß das niemand, weil das Gewehr so oft ohne Lizenz nachgebaut wurde.

"Kompliziertes ist schlecht", das war das Motto von Konstrukteur Kalaschnikow, "und was gut sein will, muss einfach sein." Die ersten Entwürfe für sein Gewehr will er im Krankenlager entwickelt haben. Kalaschnikow war 1941 als Panzerkommandeur bei Brjansk in Westrussland schwer verletzt worden. Zurück an die Front habe er gewollt, erzählte der Konstrukteur später, man habe ihn aber wegen seiner Verletzung nicht gelassen: "Also waren die Deutschen schuld, dass ich mein Gewehr entwickelt habe."

Kalaschnikows Waffe war einfach, aber robust. Weder Kälte noch Hitze, weder Wüstensand, Wasser noch Schlamm können ihr etwas anhaben. Das hat die Kalaschnikow - leicht zu haben und schwer zu demolieren - zum Standardinstrument des Tötens werden lassen in jenen Kriegen, die nicht mit Hightech-Waffen wie Drohnen entschieden werden. Wie viele Menschen durch sie ums Leben kamen, lässt sich kaum ermessen. Das Geheimnis der tödlichen Zuverlässigkeit liegt in der Konstruktion. Verschluss und Gehäuse des Gewehrs bewegen sich wie auf Schienen zueinander, Staub und Dreck werden einfach herausgeschoben. Darunter litt zwar die Schusspräzision. Vielen US-Soldaten in Vietnam aber wurde zum Verhängnis, dass ihre M16-Gewehre versagten - anders als die Kalaschnikows der Vietcong-Kämpfer.

In den fast sieben Jahrzehnten ihrer Produktion ist die Kalaschnikow zu einem Symbol Russlands geworden. Niemand in den entlegenen Staaten Afrikas habe je vom Kreml oder dem Nationaldichter Alexander Puschkin gehört, hat einmal das Massenblatt "Argumenty i Fakty" konstatiert. "Unsere Kalaschnikow aber kennen alle." Das Gesicht hinter dieser Erfolgsgeschichte war schrullig. Russlands Rüstungslobby spannte Michail Kalaschnikow für ihre Zwecke ein. Sie ließ ihn bis ins hohe Alter ablichten, in der Hand stets seine Erfindung. Wenn diese Fotos dann in westliche Medien gelangten, lösten sie Kopfschütteln und Schmunzeln aus. Sie wirkten wie eine schlechte Karikatur: ein Greis mit schlohweißem Haar, Sturmgewehr und gelegentlich wirrem Blick.

Kommunist bis ans Lebensende

In Russland aber blieb er ein Held, und in seinem Leben spiegelt sich das Schicksal seines Landes. Der Zar war erst seit zwei Jahren gestürzt, als Michail Timofejewitsch Kalaschnikow 1919 in einem Dorf unweit der Grenze zu China geboren wurde. Überzeugter Kommunist blieb er bis an sein Lebensende. Er war dem Sozialismus dankbar für die Chancen, die er ihm bot. "Ich, das 17. Kind einer Bauernfamilie, konnte Konstrukteur werden in einem Land, das von Kommunisten regiert wurde", hat er gesagt.

Kalaschnikow war der letzte lebende Vertreter einer ganzen Generation sowjetischer Technikpioniere. Dazu zählten Männer wie Igor Kurtschatow, der Vater der sowjetischen Atombombe, aber auch Sergej Koroljow, der Chefkonstrukteur von Moskaus Raumfahrtprogramm. 1957 brachten die Sowjets noch vor den Amerikanern den ersten Satelliten ins All, 1961 den ersten Menschen. Das war die Blütezeit der UdSSR, die damals mächtig aufholte gegenüber dem Westen. Russland zehrte lange von diesem goldenen Zeitalter. Noch 2010 kaufte eine US-amerikanische Raumfahrtfirma Raketentriebwerke auf, die einst für das sowjetische Mondprogramm entwickelt worden waren. Die Motoren des Typs NK-33 wurden zwar vor vier Jahrzehnten gebaut, sind aber noch heute funktionsfähig.

Bescheidene Wohnung im Plattenbau

Kalaschnikows Schicksal ist exemplarisch - auch für den Niedergang. Seit Jahrzehnten werden die AK-Waffen kaum weiterentwickelt. Die Kalaschnikow hat heute im Kern die gleichen Funktionen wie vor zwei Jahrzehnten, ist aber zehnmal so teuer wie damals. Die Ineffizienz russischer Rüstungsschmieden ist legendär. Günstig sind Waffen "Made in Russia" schon lange nicht mehr, auch weil die sprudelnden Einnahmen aus Öl- und Gasverkäufen Löhne und Gehälter in die Höhe treiben. Fast hätte das den Kalaschnikow-Hersteller in Ischewsk am Ural in den Ruin getrieben. Der Staatskonzern Rostechnologij sollte die Fabriken im Auftrag von Präsident Wladimir Putin sanieren, 2009 machten dennoch Gerüchte über einen kurz bevorstehenden Konkurs die Runde.

Reich ist Michail Kalaschnikow nie geworden. Bis zuletzt lebte er in einer bescheidenen Drei-Zimmer-Wohnung in einem Plattenbau in Ischewsk. Kritik an seiner Erfindung ließ er nie gelten. "Ich habe eine Waffe zur Verteidigung des Vaterlandes geschaffen", pflegte er zu sagen, "und wenn sie in ungerechten Kriegen eingesetzt wird, dann trägt nicht der Konstrukteur Schuld daran, sondern Politiker."

Am 23. Dezember ist Michail Kalaschnikow im Alter von 94 Jahren verstorben.
*

Ich habe gewiss keinen Waffenfetisch, doch die AK 47 hat irgendwie eine Art fesselndes und interessantes Eigenleben, diese Waffe ist weit mehr als ein robustes Tötungswerkzeug, es ist zum Symbol geworden, sei es für die UdSSR, sei es für Widerstandskämpfer und für Revolutionen. Es ist eine Waffe die als Symbol so berühmt wurde wie das Schwert. Doch ich als Pazifist ziehe die Feder dem Schwerte vor. Aber hier noch die Hymne dieser Waffe:

Feindflug - AK 47



R.I.P. Michail Kalaschnikow

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mi 19 März 2014 - 21:08

Der ewige Teenagerrebell  

Mit Micha Suurbier ist ein oft übersehener, aber doch maßgeblicher Musiker des deutschen Punk-Pop gestorben. Ein Nachruf von Hagen Liebing.





1962 - 2014

"Suurbiers suchen Bassisten, Transfer zu einer erfolgreichen Popband innerhalb eines Jahres garantiert" lautete die launige Anzeige, die Michael Wahler, genannt Micha Suurbier, 1987 im tip-Kleinanzeigenteil platzierte. Ein Witz, dem auch ein wenig Bitterkeit innewohnte. Denn nachdem der Hermsdorfer 1981 mit Schulfreunden seine Band Frau Suurbier gegründet hatte und zum Wegbereiter des Deutschen Funpunk wurde, verließen den Sänger und Gitarristen in den kommenden Jahren gleich drei Mitmusiker, um Popstar zu werden. Hans "Sahnie" Runge, der zunächst noch parallel bei den Suurbiers und den Ärzten spielte, setze auf die erfolgversprechendere Karte, Wolfgang "Wölli" Rohde wechselte von Herms- nach Düsseldorf, um fortan bei den Toten Hosen zu trommeln und Bassist Michael Beckmann gelangte mit den Rainbirds zu Ruhm ("Blueprint").
Suurbier blieb gelassen zurück und suchte sich stets neue Musiker. Und er schien zunächst auch gar nicht so unzufrieden zu sein mit seiner Rolle als ewigem Talenteförderer. Denn Suurbier war auch ein bekennender Querkopf. Ziemlich rüpelig, weil damals bei den Halbstarken aus Hermsdorf eben ein rauer Wind wehte, womit er  nicht gerade prädestiniert war für den langen Weg durch die Popkarriere-Instanzen.
Geistreich, unterhaltsam, impulsiv, als Beach-Boys- und Ramones-Fan zudem auch ein guter Melodienfinder - das war Suurbiers Sonnenseite. Aber im Schatten lauerte immer auch eine wütende Unkontrolliertheit, gepaart mit Ehrlichkeit, die nicht selten verletzen konnte. Dabei machte er auch vor sich selbst nicht halt: Für Suurbier - und das ist ungewöhnlich bei jemandem, der doch maßgeblich mit Funpunk in Verbindung steht - war das Glas meist schon nach dem Eingießen halb leer.
Als Ende der Achtziger Jahre eine Plattenfirma ihre Goldverleihungsparty im Kreuzberger "Exil" feierte, jubilierte der Label-Chef über seine illustren Gäste: "Toll, dass heute nicht nur Kreti und Pleti gekommen sind!" Suurbier meldete sich umgehend und lauthals zu Wort: "Doch hallo, hier ist Pleti!" Mit den eigenen Plattenbossen ging er nicht weniger schroff um. So konnte das natürlich auch dann nichts werden, als eine weitere Suurbiers-Inkarnation 1991 mit Majorlabel-Vertrag zur Deutschen Einheit "Zwei Boys für jedes Girl" versprach.
In den letzten zwanzig Jahren machte der ewige Teenagerrebell dann fast nur noch für sich selbst Musik, stellte allenfalls Hörproben ins Netz. Da litt er schon verstärkt unter schweren psychischen Problemen.
Am 14. Februar hat sich Michael Wahler mit Anfang fünfzig vor eine U-Bahn geworfen. Es gab anscheinend niemanden, der ihm ausreden konnte, dass sein Glas komplett leer sei.

Text: Hagen Liebing

Foto: tip-Archiv / Marco Saß


Quelle: http://www.tip-berlin.de/musik-und-party/der-ewige-teenagerrebell

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Di 15 Apr 2014 - 19:05

Gegen Gott und Teufel: Karlheinz Deschner gestorben



Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher.» Mit diesem Aphorismus formulierte Karlheinz Deschner einst sein Lebensmotto. Er mochte es schon immer radikal und hatte sein eigenes Glaubensbekenntnis: «Ich glaube wenig, und das auch nicht ganz.» Seit den 1960er Jahren galt er als einer der bekanntesten und für manche auch bedeutendsten Kirchenkritiker in Deutschland. Im Alter von 89 Jahren starb Deschner am vergangenen Dienstag (8. April) in seiner bayerischen Heimatstadt Haßfurt, wie die Giordano-Bruno-Stiftung am Donnerstag mitteilte.

Deschner wurde mit seiner «Kriminalgeschichte des Christentums» bekannt. Darin rechnete er mit der «Religion der Nächstenliebe» ab. Der 11. Band «Die Politik der Päpste» erschien im Frühjahr. Weil seine Kraft aber nicht mehr ausreichte, das 1200 Seiten umfassende Werk selber zu aktualisieren, habe Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung die Darstellung der zweiten Hälfte des Pontifikats von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. übernommen, heißt es im Nachruf der Stiftung.

«Ich schreibe aus Feindschaft. Denn die Geschichte derer, die ich beschreibe, hat mich zu ihrem Feind gemacht», so hatte Deschner einmal seinen Antrieb beschrieben. Im Christentum sah er eine kriminelle Institution, der es nur um Macht geht. Von Anfang an war Deschner ein Außenseiter. Seine Schriften galten immer als umstritten. Er sei die «Personifikation des aufklärerischen Ärgernisses, ein Stachel im Fleisch der Zeit, an dem sich die Diskussion immer wieder entzünden musste», heißt es in dem Nachruf.

Deschner hatte sein ganzes Leben sehr zurückgezogen gelebt. Zuletzt machte ihm ein Aneurysma-Leiden zu schaffen. Deswegen musste er auch in den vergangenen Monaten zwei Mal operiert werden. Danach war er noch auf einer Kur. Gestorben ist er im Krankenhaus.


http://www.arcor.de/content/unterhaltung/people/todesfaelle/

R.I.F. weder im Himmel noch in der Hölle, schlicht und einfach in der Nichtexistenz, nur die eigenen Werke überleben einen.

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