PortalPortal  StartseiteStartseite  GalerieGalerie  KalenderKalender  FAQFAQ  SuchenSuchen  AnmeldenAnmelden  MitgliederMitglieder  NutzergruppenNutzergruppen  LoginLogin  

Teilen | 
 

 Um zu sterben leben wir ein Leben lang...

Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10  Weiter
AutorNachricht
cRAwler23
Parteielite
Parteielite
avatar

Skorpion Anzahl der Beiträge : 6075
Alter : 30
Ort : Magdeburg
Anmeldedatum : 20.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Di 5 Jun 2012 - 19:32

Eduard Chil ist tot. Goodbye, Mr. Trololo!



Eduard Anatoljewitsch Chil ist tot. Der Mann, der als "Mr. Trololo" zum Internet-Star avancierte, starb im Alter von 77 Jahren nach einem Gehirnschlag. Jens Wiesner verneigt sich vor dem russischen Sonnenschein.

Das erste Mal begegnete ich dem Trololo-Mann vor drei Jahren. Der Tag war kein schöner gewesen, ich saß bei einem gemütlichen Feierabendbierchen in meiner Wohnung und klickte lustlos durch die neusten Facebook-Nachrichten. Und plötzlich, zwischen all den Aufmerksamkeit erheischenden Farmville-Anfragen und "Geh jetzt ins Bett"-Updates meiner Freunde, war da dieses Grinsen.

Ich klicke nur selten auf Dinge, die über den Facebook-Ticker geschickt werden, aber dieses Technicolor-Gesicht übte eine seltsame Faszination aus. Ein Mausklick später flanierte dieser Herr im braunen Zweireiher durch eine mattgelbe Kulissenlandschaft. Gescheitelte Frisur, stechender Blick, ein Lächeln wie festgetackert im Gesicht. Und dann öffnete er seine Lippen...

Knappe drei Minuten und gefühlte hundertsechzigtausend Trolololos später, liefen Lachtränen über meine Wangen. Wirklich erklären konnte ich mir nicht, warum ich diesen Mann, den Youtube nur als "Mr. Trololo" präsentierte, lustig fand. Es muss wohl die Absurdität der Gesamtkomposition gewesen sein. Meine Neugierde war jedenfalls geweckt: War der Clip ein Fake, geschickt auf alt getrimmt? Oder hatte jemand dem Sänger das charakteristische "Trololo" nur in den Mund gelegt?

Freund Wikipedia informierte mich, dass es sich bei dem Video tatsächlich um eine Originalaufnahme handelte. Und dass "Mr. Trololo" in Wirklichkeit Eduard Anatoljewitsch Chil hieß und in der Sowjetunion als Starbariton gefeiert wurde. Der hatte eigentlich das Lied "Ich bin sehr froh, denn ich komme endlich nach Hause zurück" singen wollen, scheiterte aber an den strengen Zensurbedingungen seiner Heimat. Denn das Lied handelte von einem Cowboy - und der galt damals als Inbegriff des imperialistischen Feindes Amerika. "Ich meine, eigentlich war [der Text] gut, aber man konnte ihn zur damaligen Zeit nicht veröffentlichen", erklärte der Sänger 2010 in einem Interview mit dem russischen Magazin "Life News". "Also entschlossen wir, Arkady Ostrovksy und ich, uns dazu, eine Lautversion zu machen. Der Kern der Geschichte verblieb im Titel."

Respekt! Was ich für dadaistischen Unsinn gehalten hatte, eine Parodie auf die Inhaltsleere schmissiger Volksmusikschlager, entpuppte sich plötzlich als pfiffige Form des Zensurprotests. "Mr. Trololo" - kein Strahlemann für's Sowjetreich, sondern ein richtig subversives Element. Später, als Eduard Chil längst von seiner neuen Popularität in der Netzgemeinde erfahren hatte, stellte er selbst eine Antwort ins Netz - und bat darum, seinem vokalisierten Lied von damals endlich einen richtigen Text zu verpassen.

Am Montag hat das russische Staatsfernsehen nun den Tod von Eduard Chil vermeldet. Der 77-Jährige hatte im April einen Gehirnschlag erlitten und sich nicht mehr davon erholt. Nach längerer Abstinenz habe ich mir noch einmal sein Video im Netz angeschaut. Und musste wieder schmunzeln. Eduard Chil mag von uns gegangen sein, Herr Trololo wird ewig leben.
*


Trololo 10 hours




Der Humpink by Christoph Waltz




The Trololo Man is Still Going at It, 37 Years Later




Eduard Trololo Khil address to the people of the world!



Der Sänger ist verstorben doch sein Trololo wird noch weiter durchs Netz trollern. Eine interessante und angenehme Type, manchmal stecken wahre, überraschende Lebensgeschichten hinter den Memes aus dem Netz. Die vermutlich subtilste und angenehmste Form von Systemkritik ist oft die, die man erst 10 Stunden am Stück hören muss um sie zu verstehen... Very Happy
R.I.F. Eduard und Спасибо! (Spasiba)

__________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.allmystery.de/mitglieder/cRAwler23
Keek
Parteielite
Parteielite
avatar

Anzahl der Beiträge : 3201
Anmeldedatum : 24.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   So 26 Aug 2012 - 12:57

Neil Armstrong



1930-2012

Mit 82 Jahren starb der ehemalige Astronaut in den USA. Berühmt wurde er am 21. Juli 1969 durch seine Reise ins All, während der er als erster Mensch überhaupt den Mond betrat.

Dort sprach er die Worte aus, die später um die Welt gingen: „Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen… ein… riesiger Sprung für die Menschheit.“

Etwa drei Stunden soll Armstrong zusammen mit Edwin Aldrin auf dem Mond verbracht haben, um Bilder zu schießen, Proben zu entnehmen und die amerikanische Flagge auch ganz weit oben bekannt zu machen.

Mittlerweile ist die Todesursache bekannt – er erholte sich nicht mehr von einem Eingriff am Herzen.

„Für diejenigen die Fragen wollen, was sie machen können um Neil zu ehren, haben wir eine einfache Bitte“, heißt es in einem Statement der Familie. „Ehrt seine Errungenschaft und seine Bescheidenheit. Und wenn ihr das nächste Mal in einer sternenklaren Nacht draußen seid und der Mond lächelt zu euch runter, denkt an Neil Armstrong und schenkt ihm ein Zwinkern.“

Außerdem bezeichnen seine Angehörigen ihn als einen „amerikanischen Helden“, der immer nur seinen Job machen wollte.


http://www.promicabana.de/neil-armstrong-erste-mensch-mond-tot/

__________________
Fällt es euch nich auf?
Man hat euch nur verarscht!
Wollt ihr es nicht sehn?
Alles wiederholt sich Tag für Tag!
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
cRAwler23
Parteielite
Parteielite
avatar

Skorpion Anzahl der Beiträge : 6075
Alter : 30
Ort : Magdeburg
Anmeldedatum : 20.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   So 26 Aug 2012 - 19:16

Er war gewiss ein sehr schweigsamer Mensch der die Ruhe dem Trubel vorgezogen hat, doch seine Eindrücke vom Mond und die ersten Schritte auf ihm waren schon ein weltbewegendes, positives Ereignis. Ich vermisse in der heutigen Zeit solche Ereignisse und solch einen Pioniergeist. Nun in einer Vollmondnacht werde ich bestimmt mal nach oben schauen und ihm zuzwinkern, R.I.F. Neil!






__________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.allmystery.de/mitglieder/cRAwler23
cRAwler23
Parteielite
Parteielite
avatar

Skorpion Anzahl der Beiträge : 6075
Alter : 30
Ort : Magdeburg
Anmeldedatum : 20.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Di 4 Sep 2012 - 1:39

Michael Clarke Duncan aus "The Green Mile" verstorben



Michael Clarke Duncan ist tot. Der US-Schauspieler starb im Alter von 54 Jahren. Duncan ist aus Filmen wie "The Green Mile" und "Armageddon" bekannt. Der US-Schauspieler Michael Clarke Duncan ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Er sei am Montagmorgen (Ortszeit) in einem Krankenhaus in Los Angeles den Folgen eines Herzschlags erlegen, teilte seine Verlobte Omarosa Manigault mit. Mitte Juli hatte Duncan demnach einen Herzschlag erlitten und war zwei Monate lang behandelt worden. Duncans erster großer Film war "Armageddon“ von Regisseur Michael Bay. Für seine Rolle in dem Film "The Green Mile“ von Frank Darabont erhielt er eine Oscar- und eine Golden-Globe-Nominierung. Überdies spielte er unter anderem in den Filmen "Planet der Affen“ und "Kung Fu Panda“ mit.

Er war ein großer, dunkler Muskelmann, doch er konnte seine Rollen mit Herz, Hingabe und auch sehr authentisch spielen, besonders als John Coffey in Green Mile. R.I.F. Michael!

__________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.allmystery.de/mitglieder/cRAwler23
cRAwler23
Parteielite
Parteielite
avatar

Skorpion Anzahl der Beiträge : 6075
Alter : 30
Ort : Magdeburg
Anmeldedatum : 20.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mo 1 Okt 2012 - 20:15

Dirk Bach stirbt mit 51 Jahren



Er war der kugelrunde Moderator im Dschungelcamp, quirliger Komiker und leidenschaftlicher Schauspieler: Dirk Bach. Mit nur 51 Jahren starb der gebürtige Kölner in Berlin. Das bestätigte ein Sprecher des Schlosspark-Theaters am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa. «Wir müssen die traurige Mitteilung verkünden», sagte Harald Lachnit. Zuvor hatte die «B.Z.» den Tod des Entertainers gemeldet. Diesen Samstag sollte Bach bei der Premiere von «Der kleine König Dezember» in dem Theater auf der Bühne stehen. Die Todesursache blieb zunächst unklar. Ein Polizeisprecher sagte, ein 51-Jähriger sei gegen 17 Uhr tot in einer Wohnung in Berlin-Lichterfelde gefunden worden. Den Namen aber wollte er nicht nennen. Hinweise auf Fremdverschulden gebe es nicht.

Das Dschungelcamp war aber bei weitem nicht das einzige Standbein von Dirk Bach. Er spielte auch leidenschaftlich und viel Theater, etwa bei den Nibelungen-Festspielen in Worms oder beim Musical "Kein Pardon!" in Düsseldorf, das auf dem gleichnamigen Film des Komikers Hape Kerkeling beruhte. Selbst wäre er nie ins Dschungelcamp gegangen: "Nein, warum sollte ich?", sagte er noch anlässlich seines 50. Geburtstages am 23. April 2011.

Seit vielen Jahren setzt sich der Kölner auch für die politische und soziale Akzeptanz von Schwulen und Lesben ein und kämpfte für ihre Rechte. Mit seiner eigenen Homosexualität ging Bach immer offen um. 1999 verlobte er sich mit seinem langjährigen Lebensgefährten in Florida.




Für mich war er immer ne Nervensäge im TV, doch eine durchaus liebenswerte und sympathische. Auch nich alt geworden der kleine dicke. R.I.F. Dirk!

__________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.allmystery.de/mitglieder/cRAwler23
cRAwler23
Parteielite
Parteielite
avatar

Skorpion Anzahl der Beiträge : 6075
Alter : 30
Ort : Magdeburg
Anmeldedatum : 20.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Sa 27 Okt 2012 - 17:26

Youtube-Filmkritiker Franc Tausch ist tot



FilmKritikTV

Tausende verfolgten die Filmbesprechungen von Franc Tausch im Internet. Doch dann verschwand der 43-Jährige plötzlich im August. Fans suchten ihn verzweifelt. Jetzt bestätigt die Familie seinen Tod. Traurige Nachricht für alle Kinofans: Der bekannte Youtube-Filmkritiker Franc Tausch ist tot. Der 43-Jährige gebürtige Hamburger ist offenbar in Los Angeles gestorben. Die Umstände seines Todes wurden nicht bekannt gegeben, allerdings ist Tausch bereits seit August nicht mehr am Leben.

Der Internetreporter war berühmt geworden, weil er seit zwei Jahren unter anderem aus den USA über die neusten Hollywood-Streifen berichtete – und zwar über seinen Youtube-Kanal "FilmKritikTV". Doch dann – im August 2012 – verschwand Tausch plötzlich spurlos, obwohl er bis dahin fast täglich neue Videos hochgeladen hatte. Seine Fans und Youtube-Abonnenten hinterließen verzweifelte Aufrufe, ob ihn irgendwer in Los Angeles gesehen habe. Auch von einem Krankenhausaufenthalt war die Rede. Einige Fans richteten sogar eine Facebook-Seite "Wo ist Franc Tausch?" ein.

Vor allem über eine Krankheit wurde spekuliert, nachdem Tausch im Mai schon einmal verschwunden war. Damals hinterließ er jedoch eine Nachricht auf Youtube: "Mich hat's umgehauen. Sobald ich wieder komplett einsatzfähig bin, geht's weiter!" Danach war er tatsächlich wieder zu sehen. "Krebs, Schlaganfall, Tod. Ganz schön schlimme Horrorszenarios die hier so verbreitet werden. Schlimm Schlimm. Aber so etwas kommt zustande, wenn man seine Fans nicht informiert und im Ungewissen lässt. Vielleicht hat er auch einfach nur BurnOut", schrieb zum Beispiel einer der User auf seine Pinnwand.

Nun haben seine Angehörigen, unter anderem seine Schwester, auf Tauschs Facebook-Seite eine Nachricht veröffentlicht und damit die Gerüchte bestätigt. Und zwar genau an dem Tag, an dem Tausch seinen 44. Geburtstag gefeiert hätte: "Viel zu früh und vollkommen unerwartet hat unser geliebter Bruder und Freund, sowie einmaliger Gastgeber von FilmKritikTV – FRANC TAUSCH – uns im August verlassen," heißt es. Beliebt war er nicht nur wegen seiner umfassenden Fachkenntnis, sondern auch weil er sein Publikum interaktiv an der Berichterstattung zum Mitmachen aufrief, wie zum Beispiel zur Wahl des besten Filmes für das Jahr 2010. "Franc war erfrischend spontan und ehrlich, in und mit allem was er tat, gerade das liebten und vergessen wir nie!!", heißt es am Ende der Mitteilung.


Ich mochte seinen Kanal und er hatte mich auch auf einige interessante und sehenswerte Filme aufmerksam gemacht. Seine Kritiken habe ich immer gerne gesehen, nie reißerisch und meistens absolut auf den Punkt gebracht immer mit einem leichten Witz. Für mich war er der beste Filmkritiker überhaupt. Es war ein Mysterium man wusste nicht was mit ihm war seit August, doch nun hat man Gewissheit. R.I.F. Franc.

__________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.allmystery.de/mitglieder/cRAwler23
cRAwler23
Parteielite
Parteielite
avatar

Skorpion Anzahl der Beiträge : 6075
Alter : 30
Ort : Magdeburg
Anmeldedatum : 20.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   So 13 Jan 2013 - 21:09

Internet-Aktivist Aaron Swartz: Im Alter von 26 Jahren nahm er sich das Leben



Aaron Swartz, 26, war ein Pionier der Hacker-Szene. Der ehemalige Teilhaber der Website Reddit kämpfte für ein offenes Internet - auch mit illegalen Mitteln. Im April sollte ihm der Prozess gemacht werden, ihm drohten bis zu 35 Jahre Haft. Jetzt nahm er sich das Leben. Keiner weiß, was in einem Menschen vorgeht, der sich das Leben nimmt. Vielmehr ringen die Hinterbliebenen mit Fragen ohne Antworten, Trauer ohne Trost, quälenden Spekulationen.

So auch bei Aaron Swartz. Die Nachricht vom Suizid des 26-jährigen Internet-Wunderkinds raste am Samstag wie ein viraler Schock durch das Netz. Die Trauer um den kompromisslosen Hacker, der mit nicht nur legalen Mitteln für offenen Informationsfluss gefochten hatte, verbreitet sich schnell und ohne Grenzen. Zahllos die Nachrufe auf den Online-Aktivisten, dessen Name nicht nur in der Szene nachhallt, erst recht jetzt. "Aaron Swartz machte unsere Welt freier", klagt die Organisation Public.Resource.Org, die Regierungsdaten auf legalem Weg "befreit", auf ihrer eigens dazu in schwarzen Trauerflor eingefärbten Homepage. "Sei frei, Internet. Danke, Aaron, für was du uns gegeben hast."

"Aaron tot", twitterte der Brite Tim Berners-Lee, der Erfinder des Internets. "Hacker fürs Recht, wir sind einer weniger. Alle Eltern, wir haben ein Kind verloren. Lasst uns weinen."

Ein hoher Preis für das Ideal der Freiheit. Swartz war mit 14 schon Co-Autor des ersten Codes für RSS-Newsfeeds und half später, die populäre Webseite Reddit zu dem zu machen, was sie heute ist. Folgenschwerer aber war sein Engagement für ein schrankenloses und zensurfreies Netz. Ein Engagement, das in buchstäblich sträflicher Überzeugung wurzelte und ihn zuletzt der Justiz ins Netz trieb. Im April sollte sein Prozess beginnen, ihm drohten Jahrzehnte Haft für Datenklau - ein hoher Preis für ein Ideal.

War es die Aussicht des Verfahrens, die ihn verzweifeln ließ? Sein langer Kampf gegen Depressionen? "Aarons Tod ist nicht nur eine persönliche Tragödie", schreibt seine Familie. "Er ist das Produkt eines Justizsystems voller Einschüchterung und staatsanwaltschaftlichen Zu-weit-Gehens." Doch auch hier bleibt vorerst nur Ambivalenz. Fragen ohne Antworten, Trauer ohne Trost, quälende Spekulationen. Das Programmieren und die Liebe zu Computern waren Swartz in die Wiege gelegt worden. Sein Vater hatte eines der ersten IBM-Betriebssysteme erfunden. Swartz besuchte die Silicon-Valley-Kaderschmiede Stanford University, brach das Studium aber nach einem Jahr ab, um seine eigene Softwarefirma Infogami zu gründen.

Eine der "besten Seelen der Internet-Generation"

Swartz selbst sah sich als Mitbegründer von Reddit. Doch die Social-News-Website wurde 2005 von Alexis Ohanian und Steve Huffman aus der Taufe gehoben; Swartz kam 2006 dazu, als Reddit Infogami akquirierte. So oder so: "Reddit ist ein sozialer Meilenstein", schreibt ein Reddit-Nutzer namens Frankocean2, "und Aaron war maßgeblich an seiner Gestaltung beteiligt."

Im Oktober 2006 verkaufte sich Reddit an den Verlagsgiganten Condé Nast ("Vogue"). Das Haus packte Reddit in die Redaktion seines Web-Magazins "Wired" in San Francisco. Doch Swartz hasste die etablierte Atmosphäre: "Ich war unglücklich, in einem Büro zu arbeiten, und verbarg das nicht." Als er wochenlang nach Europa verschwand, wurde er gefeuert. Erst als Einzelkämpfer fand Swartz seine Berufung. Im Kampf um die Offenheit des Netzes und Zugänglichkeit von Information war er ein Pionier - ein "Programmierer mit Gewissen", wie ihn ausgerechnet "Wired" jetzt posthum lobt. "Aaron war unerschütterlich in seinem Streben nach einer besseren und offeneren Welt", schreibt Brewster Kahle, der Gründer des Internet Archives. "Er gehört zu den besten Seelen der Internet-Generation."

Zugleich rang er mit Schwermut. Fast jedem passiere es mal, dass er sich "wertlos" fühle, nach einer Trennung etwa, schrieb er 2007 in einem Blog-Eintrag. "So sind Depressionen auch - nur dass sie ohne jeden Grund kommen und dann ohne jeden Grund wieder verschwinden."

Die Justiz wollte ihn hinter Gitter bringen

Sein Kampfgeist jedoch kannte keine Schranken, virtuell wie legal. 2009 lud Swartz 20 Prozent aller - kostenpflichtigen - Informationen der Justizdatenbank Pacer herunter, indem er die Bezahlschranken umging, und stellte sie gratis ins Netz. Das FBI ermittelte, doch ohne Folgen. So viel Glück hatte er beim nächsten Mal nicht. 2010 schlich sich Swartz ins Massachusetts Institute of Technology (MIT) und zapfte mit einem Laptop fast fünf Millionen akademische Artikel aus der digitalen Bibliothek JSTOR ab. Als das MIT das herausfand, sah es von einer Klage ab. Die Justiz allerdings war weniger milde gestimmt.

2011 wurde Swartz wegen Betrugs und Datendiebstahls angeklagt. Chefankläger war der Staatsanwalt Steve Heymann, der dem Hacker Albert Gonzalez eine Gefängnisstrafe von 20 Jahren verschafft hatte. Auch für Swartz sah es düster aus, glaubte man seinen Verteidigern: Aus der Befreiung des Internets drohte der Verlust der eigenen Freiheit zu werden, mit potentiell 35 Jahren Haft und einer Geldstrafe von einer Million Dollar.

Warum die Justiz so hart gegen einen Hacker vorging, darüber rätseln Swartz' Freunde bis heute. "Diese Regierung muss beantworten, warum es so notwendig war, Aaron Swartz als Schwerverbrecher zu brandmarken", schreibt der Harvard-Juraprofessor Lawrence Lessig, ein ehemaliger Mentor von Swartz. Theorien gibt es viele. Wollten sie ein Exempel statuieren? Hofften sie, über die Hacker-Szene dem Soldaten Bradley Manning, der WikiLeaks mit vertraulichen Informationen aus der US-Administration versorgt haben soll, einen Strick zu drehen?

Die Bestohlenen verschenken alles

Am 1. April sollte der Prozess beginnen. Am Freitag wurde Swartz von seiner Freundin Taren Stinebrickner-Kauffman in seiner Wohnung in Brooklyn erhängt aufgefunden. "Die Entscheidungen von Mitgliedern der US-Staatsanwaltschaft in Massachusetts und des MIT trugen zu seinem Tod bei", schreiben Swartz' Familie und Stinebrickner-Kauffman am Samstag in einer Erklärung, die sich ihrerseits wie eine Anklage liest. Die Vorwürfe seien "außerordentlich harsch" gewesen für "eine Straftat ohne Opfer", und auch das MIT habe sich geweigert, "sich hinter Aaron zu stellen".

Am Mittwoch erst hatte JSTOR - die Datenbank, die Swartz beklaut haben soll - bekanntgegeben, dass sie "mehr als 4,5 Millionen Artikel" für begrenzte Zeit kostenlos verfügbar machen werde: "Unser Ziel ist es, dass jeder auf der Welt die Inhalte, die wir ins Netz stellen, nutzen kann."
*



Swartz dedicated his life to sharing data and information online, developing standards for the free and open sharing of information. He was 26.

Einfach nur heftig, gerade mal ein Jahr älter als ich und schon so eine einflussreiche Persönlichkeit, er ist für die Freiheit die ihm genommen werden sollte gestorben, er war ein moralischer Hacker und eine gute Seele, der für die Freiheit der Datenströme im Netz gekämpft hat, im Prinzip ein Daten Robin Hood. Es ist nicht nur tragisch in diesem Alter zu sterben, es ist einfach tragisch unter welchen Umständen, eine solche Haftstrafe für solch einen begabten Menschen, ist eine absolute Unverantwortlichkeit aber die absolute Verantwortung eines paranoiden, geldgierigen Systems! Es war kein "Selbstmord" es war Mord! R.I.F. Aaron!

__________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.allmystery.de/mitglieder/cRAwler23
Keek
Parteielite
Parteielite
avatar

Anzahl der Beiträge : 3201
Anmeldedatum : 24.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Sa 4 Mai 2013 - 16:37

Slayer-Gitarrist Jeff Hanneman gestorben

Im Alter von 49 Jahren ist Jeff Hanneman, der Gitarrist und Mitbegründer der Thrash-Metal-Band Slayer, an Leberversagen verstorben. Die Band, die zu den "Big Four" gehört, ist am Boden zerstört.

Der Gitarrist und Mitbegründer der Thrash-Metal-Band Slayer, Jeff Hanneman, ist tot. Wie die US-Band auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, starb er am Donnerstag in einem Krankenhaus im Süden Kaliforniens an Leberversagen. Er wurde 49 Jahre alt.

Hanneman hatte sich gerade erst wieder gesundheitlich erholt, nachdem er offenbar von einer Spinne gebissen worden war. Das hätte ihn fast den Arm gekostet, weil er es versäumt hatte, sich rechtzeitig behandeln zu lassen.

Möglicherweise habe der Spinnenbiss zum Leberversagen beigetragen, erklärte Slayer-Sprecherin Heidi Robinson-Fitzgerald. Der Gitarrist hatte erst kürzlich begonnen, Texte für ein neues Album zu schreiben.

Band am Boden zerstört

"Slayer ist am Boden zerstört, mitteilen zu müssen, dass ihr Bandmitglied und Bruder Jeff Hanneman heute Morgen gegen 11.00 Uhr in der Nähe seines Wohnorts in Südkalifornien gestorben ist", heißt es in der Mitteilung. "Er wird schmerzlich vermisst werden."

Die Musikindustrie habe einen wahren Pionier verloren, erklärte Neil Portnow, der Präsident der Recording Academy, des Musikverbandes, der die begehrten Grammys vergibt.

In der Thrash-Metal-Szene gilt Slayer (deutsch: Schlächter) seit Jahrzehnten als Institution. Zusammen mit Metallica, Megadeth und Anthrax bildet die Gruppe, die von Hanneman und Kerry King Anfang der 80er-Jahre gegründete wurde, die sogenannten Big Four.


Quelle: http://www.welt.de/kultur/article115825693/Slayer-Gitarrist-Jeff-Hanneman-gestorben.html

__________________
Fällt es euch nich auf?
Man hat euch nur verarscht!
Wollt ihr es nicht sehn?
Alles wiederholt sich Tag für Tag!
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Keek
Parteielite
Parteielite
avatar

Anzahl der Beiträge : 3201
Anmeldedatum : 24.10.07

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Di 27 Aug 2013 - 19:49

Alfons von der Tulpenwiese

13. April 1995 - 27. August 2013

Ruhe in Frieden Alfi!

__________________
Fällt es euch nich auf?
Man hat euch nur verarscht!
Wollt ihr es nicht sehn?
Alles wiederholt sich Tag für Tag!
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
st3vie
Parteielite
Parteielite
avatar

Skorpion Anzahl der Beiträge : 1116
Alter : 30
Anmeldedatum : 10.04.08

BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Di 27 Aug 2013 - 20:56

Ihm geht's im Katzenhimmel sicherlich auch ganz gut!

Oder wenn wir es buddhistisch sehen, er wird dir sicher in anderer Form nochmal im Leben begegnen. Wink

R.I.P.

__________________
Wie viel glaubst du zu ertragen?
Wie viel Blendung lässt du zu?
Wie viel muss in dir noch sterben?
Wie viel Hass bezwingt dein Herz?


Zuletzt von st3vie am Mi 28 Aug 2013 - 7:25 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.myspace.com/st3vie87
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   

Nach oben Nach unten
 
Um zu sterben leben wir ein Leben lang...
Nach oben 
Seite 7 von 10Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10  Weiter
 Ähnliche Themen
-
» Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte
» Optimisten leben gesünder
» Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird
» Definition von Leben, biologisch und geistlich
» Leben und arbeiten im Kibbuz

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
PGH -Partei :: Das PGH Kulturprogramm :: Unpolitisches :: Zeitzeugnisse-
Gehe zu: