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 Um zu sterben leben wir ein Leben lang...

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cRAwler23
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Skorpion Anzahl der Beiträge : 6085
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Do 6 Okt 2011 - 10:58

Tod des Apple-Gründers: Steve Jobs – Kreativer Erfinder und Zerstörer



Ganze Industrien hat Steve Jobs umgekrempelt. Er hat das Handy neu erfunden und mit dem iPad den PC revolutioniert. Seine Visionen haben ihm dabei geholfen. Die Momente, in denen Steve Jobs über sich selbst sprach, waren selten. Dafür aber umso eindringlicher: „Niemand will sterben“, sagte der Apple-Chef vor einigen Jahren zu Studenten der Stanford-Universität. „Niemand will sterben, auch nicht diejenigen, die in den Himmel wollen. Und doch ist der Tod unser aller Bestimmung. Keiner ist ihm je entronnen. Und genau so soll es auch sein, denn der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens. Er verändert das Leben. Er räumt mit dem Alten auf und ebnet den Weg für das Neue.“ Am Mittwoch starb Jobs im Alter von 56 Jahren im Kreis seiner Familie.

Als Jobs diese Worte vor Studenten sprach, war er dem Tod entkommen. Vorerst entkommen. Von seinem Bauchspeicheldrüsenkrebs hat er sich nie richtig erholt. Nach fast jedem öffentlichen Auftritt heizte seine hagere Statur erneute Spekulationen über eine Krebserkrankung an. Eine Nachrichtenagentur hatte sogar versehentlich einen Nachruf auf den Apple-Chef verschickt. Immer wieder glich der Aktienkurs des Unternehmens einer Fieberkurve. Denn Apple hatte über lange Zeit nur das Gesicht des Steve Jobs. Die Nachlässigkeit, keinen Nachfolger für Jobs auserkoren zu haben, strafte der Finanzmarkt immer wieder ab. Fast ein wenig tragisch wirkte da schon sein Scherz während einer Präsentation, in der er den US-Schriftsteller Mark Twain zitierte, der einst ebenfalls seinen eigenen Nachruf lesen musste: „Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben.“ Erst vor einigen Wochen übergab er endgültig die Führung an Tim Cook.

Steven Paul Jobs sind viele Eigenschaften zugesprochen worden, nur harmoniebedürftig war er nicht. Dafür wurde er als eingebildet, selbstherrlich, exzentrisch, anmaßend, besessen, herrschsüchtig und ungeduldig bezeichnet. Es gab immer wieder Menschen, die ihn sogar größenwahnsinnig nannten. Dem Mann, den alle immer nur Steve nannten, war das egal. Mit allem, was er tat, strahlte er immer das Gleiche aus: Ein Steve Jobs hat immer Recht.

Und ein Steve Jobs verstand es wie kein anderer, sich und seine Ideen zu zelebrieren. In Turnschuhen, Jeans und schwarzem Pullover. Die Macworld feierte ihn wie einen Rockstar. Das „Time-Magazine“ hat seine Auftritte einmal mit denen der römischen Herrscher im Kolosseum verglichen. Die „Mercury News“ nannte sie einfach nur „State of the Mac Addresses“. In jedem Fall waren sie für die Apple-Gemeinde die Höhepunkte des Jahres. Und Jobs nutzte sie für seine Superlative, das „beste“ Telefon, dass je produziert wurde, die „leistungsfähigsten“ Computer sowieso und das „dünnste“ Notebook der Welt. Nicht immer nahm er es dabei so genau mit seinen Maßstäben.

Bereits 2010 hat Apple den Wert des Konkurrenten Microsoft an der Börse überflügelt. Das Unternehmen ist inzwischen der wertvollste Technologiekonzern der Welt, zwischenzeitlich war kein anderes Unternehmen an der Börse so viel Geld wert wie Apple. Steve Jobs ist seit mehr als 30 Jahren die Alternative. Kein anderer Unternehmer stand so lange im Fokus der Öffentlichkeit wie er. Immer wieder wurde der Mann unterschätzt. Er hat die Computer-, Musik- und Handy-Industrie revolutioniert – und zählt damit zu den großen kreativen Zerstörern unserer Geschichte
*

Apple - Think Different



Steve Jobs "Apple's Think Different" advertising campaign. 1997-2002

Auch wenn ich selbst nie ein Appleprodukt besessen habe, so fand ich immer schon das Design und die Kompaktheit von Apple toll, auch die Innovationen und den geliebten Futurismus der von Steve Jobs etwas mehr Realität wurde, sein Apfel wurde zu Gold. Nun denn R.I.F. Steve!

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Bwana Honolulu
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Do 6 Okt 2011 - 11:06


Steve Jobs (2005) schrieb:
Remembering that I’ll be dead soon is the most important tool I’ve ever encountered to help me make the big choices in life. Because almost everything — all external expectations, all pride, all fear of embarrassment or failure — these things just fall away in the face of death, leaving only what is truly important. Remembering that you are going to die is the best way I know to avoid the trap of thinking you have something to lose. You are already naked. There is no reason not to follow your heart.
(Letzteres von hier)
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Rainbow Dash
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Do 6 Okt 2011 - 22:18

Er wird mir fehlen seine Art Dinge zu sehn war immer einzigartig er wird immer in Erinnerung bleiben Sad

R.I.P Steve Jobs

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Skorpion Anzahl der Beiträge : 6085
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Do 13 Okt 2011 - 14:52

R.I.P. Dennis MacAlistair Ritchie



Dennis MacAlistair Ritchie, Erfinder der Programmiersprache C und Co-Author von Unix, ist vergangenes Wochenende nach langer Krankheit gestorben, der Mann war mindestens so wichtig wie Steve Jobs, hat aber keine bunte Unterhaltungselektronik verkauft.

Ritchie was best known as the creator of the C programming language and a key developer of the Unix operating system, and as co-author of the definitive book on C, The C Programming Language, commonly referred to as K&R (in reference to the authors Kernighan and Ritchie).

Ritchie’s invention of C and his role in the development of Unix alongside Ken Thompson has placed him as an important pioneer of modern computing. The C language is still widely used today in application and operating system development, and its influence is seen in most modern programming languages. Unix has also been influential, establishing concepts and principles that are now well-established precepts of computing.



“Isaac Newton once said he stood on the shoulders of giants. Dennis Ritchie was a giant whose shoulders people like Steve Jobs stood on.”

(via Nerdcore)

Ich habe C und C++ in meiner Fachinfoausbildung gehasst xD
Doch ich habe die Menschen bewundert die es beherrschen, er war der Mensch der moderne Computer so anwenderfreundlich gemacht hat, diese Programmiersprache ist Basis für Microsoft, MacOs und im Prinzip auch fast jede Anwendung und Applikation, ich bin mir sicher das ihn kaum jemand kennt aber ohne ihn hätten wir heute vielleicht nicht die nötige Software. R.I.F. Ritchie (auch wenn du mir ein paar verzweifelte Fehlersuchstunden in C Scripten beschert hast Razz

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Keek
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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Fr 18 Nov 2011 - 15:24

Ein verspäteter Nachruf:



Die Brüder Bernd und Reiner Methe. Vielen Leuten, die des Handballs vertraut sind, dürften diese Namen etwas sagen. Die Gebrüder Methe waren Handballschiedsrichter, welche sich auch über die Handball-Bundesliga hinaus einen Namen machten. Hab sie selber das ein oder andere mal pfeifen sehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder_Methe

Am 11.11.2011 kamen sie auf der Hinfahrt zum Handballspiel zwischen dem HBW Balingen-Weilstetten und dem SC Magdeburg bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

R.I.F.!

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mi 23 Nov 2011 - 17:45

Zum Tode von Georg Kreisler: Meister der alten, bösen Lieder

Mit Auftritten war er in der Regio oft präsent, in Basel lebte er eineinhalb Jahrzehnte. Der Kabarettist, Musiker und Schriftsteller Georg Kreisler ist im Alter von 89 gestorben. Ein Nachruf.



Als hätte er – der zynische Kassandra-Rufer – es geahnt vor zwei Jahren. "Wie war das mit Wittgenstein?", schrieb Georg Kreisler da in seiner Autobiografie "Letzte Lieder": "Sprache versagt. Mehr weiß ich nicht, und auch das, was ich noch weiß, weiß ich nicht sicher, also was will ich noch?" Die unausweichliche Antwort darauf hat er gestern morgen nach einer schweren Infektion gegeben: Herz versagt. Georg Kreisler ist tot. Dem – seinem – Kabarett hatte er solches schon vor drei Jahrzehnten attestiert.

Ob auch Tote wie die Totgesagten länger leben – es wird sich zeigen im Fall Kreisler. Vor seinem 90. Geburtstag im nächsten Juli hat er sich verabschiedet, andere Abschiede waren vorausgegangen. Von der Bühne, vom Kabarett, vom Liederschreiben – so mancher Abschied war kein letzter, getreu dem Motto, den einer seiner jüngeren Romantitel trägt: "Alles hat kein Ende" (2004). Doch Kreisler selbst hatte auch hierauf die passende Replik: "Ich glaube nicht, dass es ein Leben nach dem Tode gibt, so ein Pessimist bin ich nicht", verkündete er im evangelischen Monatsmagazin Chrismon.

Je länger man über den Kosmopoliten in der Tradition des bitterbösen österreichischen Musikkabaretts nachdenkt, desto schneller stellt man fest, wie schmal, das Bild doch ist, das man von ihm hat. Prägend geblieben sind vor allem die makabren "alten, bösen Lieder" (so lautete auch der Titel seiner ersten Autobiografie) der 1950er bis 1970er Jahre: "Zwei alte Tanten tanzen Tango", "Kapitalistenlied", "Meine Freiheit, Deine Freiheit", "Max auf der Rax", "Opernboogie" – und natürlich: "Der Musikkritiker" mit seiner unübertroffen charmanten Desavouierung eines ganzen Berufsstandes im Refrain: "Nur für mich hat das Zuhör’n keinen Sinn,/ weil ich uuunmusikaaalisch bin". Und sonst nichts?

Georg Kreisler hat sich gegen solche Schmalspursicht auf sein Werk des öfteren gewandt, auch in der letzten Autobiografie: "Wer nichts anderes kennt als meine Lieder, hat unrecht (...) Denn die Lieder sind verklungen, auch wenn sie noch hier und dort zucken..." Pessimismus pur. Wie bei Heine. "Ich legt auch meine Liebe / und meinen Schmerz hinein", schrieb dieser über seine "alten bösen Lieder". Ergo Kreisler. Seine Biografie ist Ausdruck dessen. Geboren 1922 im hassgeliebten, antisemitischen Wien, 1938 Emigration in die USA, deren Staatsbürger er 1943 wurde. Vielleicht hätte es Kreisler auch zum Konzertpianisten gebracht, doch die Kriegs- und Nachkriegswirren schweißten ihn untrennbar mit der Kleinkunst zusammen. Und vermutlich sein anarchischer Furor, der nach der Rückübersiedlung nach Wien 1955 in der legendären "Marietta-Bar" auf so kongeniale Partner wie Gerhard Bronner, Hans Weigel oder Helmut Qualtinger stieß.

Wo auch immer Kreisler fortan arbeiten würde zwischen seinen Wohnsitzen in Wien, München, Berlin, Basel (1992–2007) und schließlich Salzburg – mit seiner Respektlosigkeit gegenüber Schlagobersseligkeit, Nachkriegsmief, Spießertum, seiner "heiteren Misanthropie", wie es Ulrich Weinzierl formuliert hat, sollte er nicht hinterm Berg halten. Ein Satiriker, geprägt von den mitteleuropäischen Moden und Tragödien des 20. Jahrhunderts. Und insofern im 21. Jahrhundert ein wenig ein Fossil. Ein Fremder. Niemand hat das intensiver verspürt als der gegenüber allen faschistoiden Tendenzen ein feines Sensorium pflegende Kreisler selbst. "Ich sitze immer ein bisschen auf einem gepackten Koffer", sagte er in einem Interview. Jetzt ist er abgereist.


http://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/zum-tode-von-georg-kreisler-meister-der-alten-boesen-lieder--52322817.html

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Fr 16 Dez 2011 - 23:56

Christopher Hitchens - ein Kritiker, mit kritischen Vorstellungen in kritischen Zeiten



Seine Polemiken waren schneidend, und sein Zorn konnte unerbittlich sein. Christopher Hitchens ist gestern im Alter von nur 62 Jahren an den Folgen seines Speiseröhrenkrebses gestorben. Der Mann bezeichnete Mutter Theresa als „Ghul“, war für die Legalisierung von Marijuana, ein „bisschen“ zu kriegsverliebt, bekennender Polemiker, Säufer und Kettenraucher. Ich bezeichne ihn als den Bukowski des Atheismus. Als Hitchens vor über einem Jahr mit seiner Krebserkrankung konfrontiert wurde, war er nicht auf Mitleid oder Schonung aus. „Ich habe den Sensenmann aufgefordert, es mir so richtig zu zeigen“, schrieb er. „Nun aber muss ich vor etwas kapitulieren, das so vorhersehbar und banal ist, dass es mich selbst langweilt.“

Hitchens war neben Richard Dawkins der berühmteste Vertreter des Atheismus und sein radikaler Anti-Theismus entspricht meinem in seiner soziokulturellen Argumentation sogar noch mehr als der evolutionär und neurowissenschaftlich argumentierte von Dawkins. Ich hatte mir seine Bücher „God Is Not Great: How Religion Poisons Everything“ und „The Portable Atheist: Essential Readings for the Non-Believer“ vor ein paar Jahren gekauft, als wir hier die ersten male ausführliche Diskussionen um Religion hatten und mir der Mann empfohlen wurde. Ich teile seine Argumentation (Religion basiert komplett auf Wunschdenken, Ängsten und Indoktrination) praktisch komplett, ziehe allerdings andere Konsequenzen als er (Hitchens war für den Irak-Krieg und kritisierte Bush bereits vor dem 11. September für seine „non-interventionist“ Außenpolitik).

In seinem 2007 erschienenen Buch Der Herr ist kein Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet forderte Hitchens die Befreiung von der „geistigen Sklaverei der Religion“. Der Glaube an einen Gott oder Götter stand für ihn auf tönernen Füßen. Für ihn war die Religion unter anderem „gewaltsam, irrational, intolerant“, eine Mischung aus „Tribalismus und Bigotterie“ sowie feindselig gegen die Freiheit der Wissenschaft. Er vertrat in diesem Buch vier Hauptthesen, nämlich dass Religionen:

-in ihren Schöpfungsgeschichten über die Menschen und das Universum deren Ursprünge nachweislich verkehrt wiedergeben würden,
-ein besonders stark ausgeprägt devotes Verhalten mit ebenso stark ausgeprägter Selbstbezogenheit paarten,
-der Grund für riskante sexuelle Unterdrückung seien (vergleiche z. B. Genitalverstümmelung oder Kondomverbot trotz AIDS),
-auf Wunschdenken basierten.

Hitchens betrachtete die in Teilen der religiösen Rechten sich ausbreitende Skepsis gegenüber der darwinschen Evolutionstheorie mit Argwohn. Er richtete sich vehement gegen die Versuche der Kreationisten, ihre pseudowissenschaftlichen Thesen im Biologieunterricht der öffentlichen Schulen zu etablieren

(via Nerdcore & Wiki & FR-Online)

Bin mir sicher das er recht vielen unbekannt ist, doch sein Einfluss auf den kritischen Umgang mit Religionen ist sicherlich sein Vermächtnis. Ich teile viele seiner Sichtweisen, doch lehne bewusst auch einiges ab, als Agnostiker ist man eben für einige Optionen offen Wink



Ich sag ja man soll dem Menschen seinen Glauben und seine Hoffnung lassen, sie sollten Privatsache sein, nicht mehr und nicht weniger, alles andere ist die Erhabenheit der Vorstellungskraft, R.I.F. Christopher!

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   So 25 Dez 2011 - 2:08

Johannes "Jopie" Heesters stirbt an Heiligabend



Der Schauspieler Johannes Heesters starb im Alter von 108 Jahren im Klinikum Starnberg. Seine Ehefrau Simone Rethel und Enkelin Wiesje Herold waren bei ihm. Der Sänger und Schauspieler Johannes "Jopie“ Heesters ist an Heiligabend im Alter von 108 Jahren im Klinikum in Starnberg/Bayern gestorben. Das bestätigte der Sprecher des in den Niederlanden geborenen Entertainers, Jürgen Ross. Heesters war um 10.15 Uhr eingeschlafen, seine Frau Simone Rethel sei bei ihm gewesen. Er hatte seit dem 17. Dezember auf der Intensivstation des Klinikums gelegen.

Eine Woche vor seinem 108. Geburtstag am 5. Dezember 2011 hatte er einen Schwächeanfall erlitten. Heesters galt als der älteste aktive Schauspieler, Sänger und Entertainer der Welt. „Man hört nur von anderen, dass man alt wird“, sagte Johannes Heesters 2007 im Abendblatt-Interview. Da saß er, 103 Jahre alt, beinahe vollständig blind, aber putzmunter und hellwach im Kopf am Tisch seines Hauses in Starnberg. Und argumentierte gegen alle Vorurteile an, in seinem Alter müsse man doch nicht mehr auf der Bühne stehen. Kurz darauf sang er einen Liederabend in den Hamburger Kammerspielen. Nicht mehr vollständig textsicher, aber es machte ihm offenkundig Spaß, er blühte auf, empfing bestens gelaunt Gäste in der Garderobe, gab Autogramme.

Natürlich geriet der gefeierte Filmstar in gefährliche Nähe zum NS-Regime, das sich gern mit ihm schmückte, ihm Spitzengangen garantierte, ihn auch zu gern zum Vorzeige-Deutschen gemacht hätte und auf der Liste unabkömmlicher Künstler, der sogenannten „Gottbegnadeten-Liste“, vor dem Kriegsdienst bewahrte.

Er selbst beschrieb sich immer wieder als distanzierten, manchmal sogar spitzzüngigen Künstler ohne besondere Sympathien für Hitler, Goebbels & Co. Er trat bei Gastspielen in Holland auch noch während des Dritten Reichs mit jüdischen Künstlern auf und wurde deshalb vom deutschen Propagandaminister zur Rede gestellt. In Heesters’ Erzählung klingt das kühl; man wurde aber, wenn er viele Jahrzehnte später über „den Herrn Hitler“ und „den Herrn Doktor Goebbels“ sprach, nie das Gefühl los, dass er gar nicht wirklich realisieren wollte, welches Unheil und welche Gewalt sie über Deutschland gebracht haben. In seiner Stimme schwang immer noch eine Spur Respekt mit. So ist auch ganz einfach zu erklären, dass er 2008 in Hamburg noch einem holländischen Satire-Team erklärte, der Hitler sei ein guter Kerl gewesen.

Die Aufregung, die nach dieser Äußerung losbrach, ging aufgrund seines hohen Alters sicher fehl. Sie zeigte aber auch einen unverarbeiteten Mangel an Verständnis und an Mitgefühl für die Opfer des Gewaltregimes. Glaubwürdige Bekundungen aufrichtigen Bedauerns ihrer Schicksale oder das Eingeständnis, einem verbrecherischen Regime auf den Leim gegangen zu sein, waren von ihm – wie von anderen Künstlern der Sonnenseite von Nazi-Berlin – nicht zu hören.

Stattdessen kämpfte er hartnäckig vor Gerichten gegen die Behauptung, bei einem Besuch im mörderischen Konzentrationslager Dachau 1941 nicht vor den SS-Wachmannschaften aufgetreten zu sein. Ganz so, als wäre erst ein Auftritt der Fehltritt gewesen… Das Regime hatte sich seiner auch da und ganz ohne Auftritt zu Propagandazwecken bedient. Heesters dokumentierte mit seinen Einlassungen zumindest mangelhafte historische Einsicht. Die wird ihm auch in seiner Heimat, wo man gern das eigene Kollaborieren mit den NS-Besatzern retuschierte, lange nachgetragen – erst spät konnte er dort ohne öffentliche Anwürfe auftreten.

Im privaten Leben war der große Leinwand-Verführer ein Familienmensch – 1930 heiratete er sein Frau Louise, die Ehe bestand bis zu ihrem Tod 1985; aus ihr gingen zwei Töchter hervor: die Pianistin Wiesje Herold-Heesters, die in Wien lebt, und die Hamburger Schauspielerin Nicole Heesters, die zwölf Jahre jünger ist als Heesters zweite Ehefrau Simone Rethel. Die heiratete er 1992, da war er 89 Jahre alt. Damals auf den Altersunterschied von 46 Jahren mit der lauernden Frage angesprochen, ob er sich denn noch Kinder vorstellen könnte, antwortete Heesters mit einem großartigen Konter: „Och, das hat noch Zeit!"
*

Konnte mit Jopie noch nie was anfangen, war für mich so ne Persönlichkeit wie irgendwelche Musikanten ausm Musikantenstadl, alt, ne andere verlebte Generation, doch ich kann auch sagen das diese Persönlichkeit nicht spurlos an mir vorbeigegangen war, immerhin der älteste "Entertainer" der Welt, wie dem auch sei, R.I.F. Jopie!

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mo 26 Dez 2011 - 19:50

Hatte in den letzten Monaten, aufgrund des doch sehr beeindruckenden Alters, seine Biographie umfangreicher durchstöbert. Und muss sagen, dass einige schon geahnt haben, dass er am 24.12 stirbt. Das passt einfach zu gut. Wenn abtreten dann auch bitte an einem besonderen Tag. Bleibt eigentlich nur zu sagen Ruhe in Frieden Jopie!



1903 - 2011

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BeitragThema: Re: Um zu sterben leben wir ein Leben lang...   Mi 28 Dez 2011 - 14:52

"Tarzan"-Schimpanse Cheetah ist gestorben



Cheetah, der Affe aus den "Tarzan"-Filmen der 30er Jahre, ist tot. Der Schimpanse sei an Heiligabend im Alter von 80 Jahren gestorben, teilte das Tierheim Suncoast Primate Sanctuary in Palm Harbor im US Bundesstaat Florida auf seiner Internetseite mit. Dort hatte Cheetah über 50 Jahre lang gelebt. Mit dem Schimpansen habe die Gemeinschaft einen "treuen Freund und ein Familienmitglied verloren", erklärte das Tierheim.

Cheetah spielte in den Filmen "Tarzan, der Affenmensch" von 1932 und "Tarzans Vergeltung" von 1934 an der Seite von Weltrekordschwimmer Johnny Weissmüller als Tarzan und Maureen O'Sullivan als Jane. Seit 1960 lebt er in dem Tierheim. Auch dort übernahm er rasch eine herausragende Rolle, wie Direktorin Debbie Cobb der Lokalzeitung "Tampa Tribune" erzählte. "Er wusste genau, ob ich einen guten oder einen schlechten Tag hatte. Wenn er dachte, ich sei schlecht drauf, versuchte er ständig, mich zum Lachen zu bringen. Er verstand menschliche Gefühle sehr gut", sagte sie. Nach ihren Angaben liebte es der Schimpanse, mit Fingerfarben zu malen und Football zu schauen.


Auch mal ein Tier hier, also 80 Jahre sind schon ein beachtliches Alter! R.I.F. Cheetah monkey

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