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 Ambivalenz

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cRAwler23
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Skorpion Anzahl der Beiträge : 6089
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BeitragThema: Ambivalenz   Sa 15 Aug 2015 - 15:09


Unter Ambivalenz (lat. ambo „beide“ und valere „gelten“) wird in der Psychologie, Psychotherapie, Psychiatrie und Psychoanalyse das Nebeneinander von gegensätzlichen Gefühlen, Gedanken und Aussagen verstanden. In der gehobenen Umgangssprache gebräuchlicher ist das Adjektiv ambivalent (zwiespältig, doppelwertig, mehrdeutig, vielfältig). Es handelt sich hier um ein „Sowohl/als auch“ von Einstellungen und Bereitstellungen. Der Begriff „Hassliebe“ ist ein Beispiel für eine solche Verknüpfung gegensätzlicher Wertungen. Auch wenn es sich bei dem Begriff der „Hassliebe“ rein rhetorisch um ein Oxymoron handelt, so sind in der Physiologie antagonistische Funktionen durchaus geläufig. Bei der Ambivalenz handelt es sich um entsprechende psychologische Funktionen.

Dass jedes Ding seine zwei Seiten haben kann, ist mit Ambivalenz nicht gemeint, so lange dadurch kein innerer Konflikt hervorgerufen wird. Vielmehr ist darunter eine Dichotomie von Sichtweisen zu sehen, die gegensätzliche Reaktionen bedingen und letztlich die Fähigkeit zu einer Entscheidung im weitesten Sinne hemmen. So sieht Karl Abraham den reifen Menschen im Gegensatz zum Kind, das durch Triebschwankungen charakterisiert ist, als frei von Ambivalenz. Andere Psychoanalytiker sehen in den meisten menschlichen Regungen eine Ambivalenz von Libido und Thanatos bzw. Liebe und Destruktionstrieb. Für Bleuler war die Ambivalenz das Hauptsymptom der Schizophrenie.



In der Sozialpsychologie lässt sich die Ambivalenz einer Einstellung auf der Grundlage des semantischen Differentials messen. Zu diesem Zweck werden der negative Pol (beispielsweise „dumm“) und der positive Pol („intelligent“) getrennt eingeschätzt. Ambivalenz wird dann erschlossen, wenn ein Einstellungsobjekt gleichzeitig in Richtung auf den negativen und den positiven Pol beurteilt wird. Eine andere Möglichkeit der Messung der Ambivalenz besteht darin, sie direkt über einen Fragebogen einzuschätzen.

Je nach dem, wie viele der nachfolgenden Bedingungen zutreffen, beobachtet werden oder zur Sprache kommen, wird das Konzept der Ambivalenz in einer eher allgemeinen Weise oder in einer prägnanten Weise – als Deutungsmuster oder als Forschungskonstrukt – genutzt. Diese Bedingungen sind:

Erstens das Vorhandensein ausgeprägter Gegensätze ("Polaritäten"). Dabei kann ein einzelner "Sachverhalt" oder es können auch mehrere "Sachverhalte", Aufgaben, Felder oder "Dimensionen" der Beziehungsgestaltung in Betracht gezogen werden. Denkbar sind auch Verknüpfungen.

Zweitens der Umstand, dass diese Gegensätze gleichzeitig bestehen und die Beteiligten in ihrem Fühlen, Denken und Wollen zwischen diesen hin und her pendeln, schwanken ("oszillieren").

Drittens der Umstand, dass dieses Oszillieren während kürzerer oder längerer Zeit in einer bestimmten Situation, bei der Erfüllung einer Aufgabe, vor einer Entscheidung, in einem biographischen Übergang (z.B. Auszug aus dem Elternhaus) oder im Blick auf eine lange Zeit des Zusammenlebens eingebunden ist (und so lange auch als unlösbar angesehen wird).

Durchgängig besteht implizit oder explizit die Annahme, dass die Spannungsfelder, die Erfahrungen des Oszillierens sowie deren Eingebundensein in einen Handlungszusammenhang von kürzerer oder längerer Dauer für das Selbstbild und die Persönlichkeitsentwicklung (die "Identität") der beteiligten Person(en) von Belang sind.



Von Ambivalenzen kann man sprechen, wenn Menschen auf der Suche nach der Bedeutung von Personen, sozialen Beziehungen und Tatsachen, die für Facetten ihrer Identität und dementsprechend für ihre Handlungsbefähigung wichtig sind, zwischen polaren Widersprüchen des Fühlens, Denkens, Wollens oder sozialer Strukturen oszillieren, die zeitweilig oder dauernd unlösbar scheinen. Dabei können persönliche Beeinflussung, Macht und Herrschaft von Belang sein.

Wichtig an der hier vertretenen Sichtweise ist ferner, dass Ambivalenzen nicht von vorneherein und durchgängig "negativ" bewertet werden, sondern Erfahrungen umschreibt, die unterschiedlich bewertet werden können, je nach dem, wie damit umgegangen wird. Es können sich daraus Anstöße für neue Erkenntnisse und kreatives Handeln ergeben, so auch in der Kunst, Literatur und Musik.

Die Ubiquität von Ambivalenzerfahrungen führt u.a. auf die Frage der menschenbildlichen Implikationen des Konzepts. Menschen können als „homines ambivalentes“ bezeichnet werden. Damit ist hier keine "Wesenszuschreibung" des Menschen gemeint, sondern eine Heuristik. Sie beinhaltet, erstens, die Annahme, dass Menschen Ambivalenzen erfahren, erkennen oder verdrängen können und auf unterschiedliche Weise damit umzugehen vermögen. Diese Heuristik beinhaltet zweitens auch die Möglichkeit und die Notwendigkeit der dynamischen, kritischen Reflexion seiner selbst, eingeschlossen seiner Ambivalenz gegenüber Ambivalenzerfahrungen und ihrer Thematisierung.

Man kann darin eine Last sehen. Ist dies der Fall, werden Ambivalenzen im alltäglichen Handeln ebenso wie in der Theorie problematisiert und sogar verdrängt. Man kann darin aber auch die Chancen einer dynamischen Offenheit erkennen. So gesehen geht es – paradox ausgedrückt – um eine rationale Alternative zur alleinigen Vorherrschaft der Idee der Rationalität. Sie nährt sich pragmatisch wiederum von der Akzeptanz kontingenter Elemente im menschlichen Leben, seiner Schicksalhaftigkeit und dem Verwundern über das Auftauchen von unerwartet Neuem.

(via Ambivalenz & Mittlerer Weg)

Jeder kennt sie, diese Momente in denen man einfach unfähig ist eine Entscheidung zu treffen, man ist an einer Weggabelung ohne Wegweiser, zwei gegensätzliche Richtungen und man ist gezwungen eine Entscheidung zu treffen, welchen Weg man wählt. Aber man wird gehemmt, irgendwas im inneren will oder kann sich einfach nicht entscheiden und man führt innerlich ein Gefecht mit sich selbst, beide Entscheidungspolaritäten kämpfen um die "Vorherrschaft" die dann eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung bedeuten und man diesen Weg dann gehen wird. Oder nicht...

Genau das ist bei sehr vielen Menschen bei alltäglichen Entscheidungen der Fall, so auch bei wirklich essentiellen Eigenschaften der Persönlichkeit, wenn ein Mensch z.B. in den richtigen Momenten eine gewisse Neutralität besitzt und diplomatisch ist, hat man eine positive Form der Ambivalenz. Hat man jedoch eine Gleichgültigkeit entwickelt und scheut Entscheidungen, Meinungen, wie auch eine Teilnahme an sozialen Interaktionen, man steht sich selbst und anderen dabei im Weg, dann hat man eine negative Form der Ambivalenz entwickelt.

Das kann manchmal auch eine Frage der Laune und inneren Verfassung sein, so gibt es Zeiten in denen man sehr schnell und entschlossen Entscheidungen treffen kann, so eben auch Tage wo man innerlich regelrecht gelähmt ist. Unsere Persönlichkeit(en) haben da manchmal mehrere Meinungen zu selben Sache und führen innerlich eben eine Debatte mit sich selbst, genau darin seh ich jedoch ein großes Potenzial zur innerlichen Reife und sogar den Schlüssel zur Selbsterkenntnis, wenn alle innerlichen "Parteien" einen Konsens bilden, dann hat man einen Nullpunkt erreicht, man bildet also die "Null" als Scheitelpunkt zwischen negativen, wie auch positiven Eigenschaften, man hat seine innere Mitte gefunden. Der Weg der Mitte ist eine positive Form der Ambivalenz, nur bedeutet das nicht, das man nicht in der Lage ist Entscheidungen zu treffen, nein es bedeutet nur, dass man sich einfach etwas mehr Zeit nimmt und versucht die Dinge ins Lot zu bringen, vorher auch genau zu überlegen ob dies oder das jetzt wirklich nötig ist.

Da ist auch die Intuition und der Verstand einer gewissen Ambivalenz ausgesetzt, beide sind unterschiedlich in ihrer Art, sie bilden die innere Dualität des Menschen bei Entscheidungen. Wenn man aus dem Bauch raus Entscheidungen trifft oder eben mehr aus dem Kopf raus, dann kann man erkennen ob der Mensch sich mehr von seinen Gefühlen oder mehr von seinem Verstand leiten lässt. Jedoch sind beide Aspekte möglichst in Balance sehr wichtig auf dem Weg der Mitte, man meidet die Extreme und findet mehr und mehr zur inneren Ruhe. Aus dem Grund bin ich ein durchaus ambivalenter Mensch, der jedoch die Gleichgültigkeit meidet, sich in der Hinsicht also bewusst gegen die Gleichgültigkeit entschieden hat.

Was auch immer in unserem Geist vorgeht: Wenn unsere Beweggründe noch nicht gut genug sind, können wir es nicht loslassen. Mit anderen Worten; es gibt zwei Seiten: Diese Seite hier und jene Seite dort. Leute neigen dazu, auf der einen Seite zu gehen, oder auf der anderen. Da ist selten jemand, der in der Mitte geht. Es ist ein einsamer Pfad. Wenn da Liebe ist, gehen wir auf dem Pfad der Liebe. Wenn da Hass ist, dann gehen wir auf dem Pfad des Hasses. Wenn wir versuchen, Liebe und Hass loszulassen, ist es ein einsamer Pfad. Wir sind nicht gewillt, ihm zu folgen.

Der Mittlere Weg wird unter anderem mit dem Gleichnis einer Saite eines Musikinstrumentes beschrieben. Ist sie zu wenig gespannt, entsteht kein schöner Klang. Ist sie zu stark gespannt, kann sie reißen. Nur wenn eine Saite die geeignete Spannung hat (zwischen den Extremen) kann sie einen schönen Klang erzeugen.

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BeitragThema: Re: Ambivalenz   Do 20 Aug 2015 - 16:33

Das Gefühl der Ambivalenz beschreibe ich für mich weniger exakt und wissenschaftlich als den Versuch betrunken mit einem Einrad über ein Drahtseil zu fahren, und dabei mit rohen Eiern zu jonglieren.

Glücklich ist derjenige, der fähig ist seine Entscheidungen aus der goldenen Mitte heraus zu treffen.
Jenseits der Wertung von >>gut << und >>böse<< oder >>richtig<< und >>falsch<<, denn diese Wertung wird ja von unserem Verstand vorgenommen.

Schwierige Entscheidungen sollten auf jeden Fall aus einer Kombination aus Herz und Verstand getroffen werden, aber alltägliches lässt sich sehr gut mit reiner Intuition entscheiden.

Die Intuition wurde von mir als früherer Kopfmensch sehr gerne vernachlässigt, aber inzwischen habe ich erkannt, dass genau dieser Gefühlswegweiser viel exakter funktioniert als der Verstand. Dabei ist es natürlich wichtig, sich nicht von seinem "Wunschgefühl" sondern von dem allerersten Gefühl leiten zu lassen. Dieses "allererste" Gefühl lässt sich anfangs nicht sehr leicht einfangen, denn auch unsere Gefühlswelt ist ein sehr voller Ort an denen sich auch viele Gefühle tummeln, die in unserem Leben bisher nicht verarbeitet worden sind und die Stimme der "wirklichen" Intuition sehr oft übertönen. Dennoch lässt sich diese reine Intuition eben noch am Zeitpunkt des Auftretens ausmachen.
Ein Wunschgefühl verstärkt nur den eigentlichen Wunsch nach einem bestimmten Ziel, es ist mehr Illusionär und selbst verursacht also ein Wunschdenken auf Gefühlsebene.

Seitdem ich die "Macht" meiner Intuition erkannt habe, ist es sehr viel leichter Ihr auch zu folgen und ich stelle fest, dass sie mich meinen selbst erwählten Zielen viel näher gebracht hat. Die Intuition ist dabei nicht wertend, sondern zieht ,ähnlich wie unser Gehirn, unbewusst empfangene Eindrücke und vergangene Erfahrungen zu rate um dann den für das Wachstum der Seele günstigsten Weg zu wählen.

Den Mut wirklich wichtige Entscheidungen rein Intuitiv zu treffen habe ich allerdings nicht, dazu bin ich tatsächlich noch zu "verkopft" und zu sehr im realen Leben involviert sunny




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BeitragThema: Re: Ambivalenz   Do 20 Aug 2015 - 19:16

@smilingcat zu erst ein, Willkommen an Bord, schön endlich mal neuen Input hier zu lesen Smile

smilingcat schrieb:
Das Gefühl der Ambivalenz beschreibe ich für mich weniger exakt und wissenschaftlich als den Versuch betrunken mit einem Einrad über ein Drahtseil zu fahren, und dabei mit rohen Eiern zu jonglieren.

So betrachte ich das auch, jedenfalls in den Momenten in denen es echt wirklich verzwickt ist Entscheidungen zu treffen. Aber es gibt in manchen Situationen schon gewisse Tendenzen, wenn die Sache eigentlich recht eindeutig ist, wofür oder wogegen man sich entscheiden sollte.

smilingcat schrieb:
Glücklich ist derjenige, der fähig ist seine Entscheidungen aus der goldenen Mitte heraus zu treffen.
Jenseits der Wertung von >>gut << und >>böse<< oder >>richtig<< und >>falsch<<, denn diese Wertung wird ja von unserem Verstand vorgenommen.

So ist es und der Verstand versucht mittels Labels, Begrifflichkeiten und Schubladen zu sondieren, nur neigt der Verstand nicht selten dazu, hier und da gewisse Vorurteile zu entwickeln, was den Entscheidungsprozess auch zu sehr an eben jene Label zu knüpfen. Genau dann besteht ein Mangel an Intuition bei Entscheidungsprozessen.

smilingcat schrieb:
Seitdem ich die "Macht" meiner Intuition erkannt habe, ist es sehr viel leichter Ihr auch zu folgen und ich stelle fest, dass sie mich meinen selbst erwählten Zielen viel näher gebracht hat. Die Intuition ist dabei nicht wertend, sondern zieht ,ähnlich wie unser Gehirn, unbewusst empfangene Eindrücke und vergangene Erfahrungen zu rate um dann den für das Wachstum der Seele günstigsten Weg zu wählen.

In der Hinsicht sind wir uns sehr ähnlich, genau dieser Prozess war es der in mir vor einigen Jahren ein starkes Umdenken bewirkt hat, ich glaube ganz ohne zu übertreiben, kann man sagen, genau das ist jene Erleuchtung von der man in spiritueller Hinsicht spricht. Im Grunde ist unsere Intuition auch das "Dritte Auge", das fühlende Verstehen und das fühlende Wissen das uns erst dann begleitet, wenn man die Schatten und Nebel des Egos gelichtet hat. Auch wenn sie dann und wann wieder erscheinen und das eigenschaftslose Selbst und dessen Intuition umhüllen. So ganz ohne geht es irgendwie doch nicht. Aus dem Grund betrachte ich die Ambivalenz auch mehr zwischen Ego und Selbst, weniger zwischen Herz und Verstand, wobei beides richtig ist Smile

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BeitragThema: Re: Ambivalenz   Do 20 Aug 2015 - 21:57


@cRAwler23 Ups, manchmal vergesse ich - grade im Neuland - meine Kinderstube Embarassed
Hallo und Danke für die Aufnahme Embarassed


Ich würde Dich ja gerne zitieren, aber fehlt mir grade das "Know how"

Du schriebst : Im Grunde ist unsere Intuition auch das "Dritte Auge", das fühlende Verstehen und das fühlende Wissen das uns erst dann begleitet, wenn man die Schatten und Nebel des Egos gelichtet hat.

Die Intuition hat meiner Meinung nach eher weniger mit dem dritten Auge tun. Für mich liegt das Zentrum der Intuition eher zwischen Solarplexus und Hara, während das dritte Auge mittig über den Augenbrauen liegt und auch Stirnchakra genannt wird. Die Intuition ist für mich ein Teil unserer spirituellen Sinne. Wie eben die Augen auch nur einen Teil der Reize aufnehmen und zusammen mit den anderen Reizen von Ohren, Nase, Mund und Haut eine Sinneswahrnehmung in der hier greifbaren Welt schaffen.

Weiterhin schriebst Du :
In der Hinsicht sind wir uns sehr ähnlich, genau dieser Prozess war es der in mir vor einigen Jahren ein starkes Umdenken bewirkt hat, ich glaube ganz ohne zu übertreiben, kann man sagen, genau das ist jene Erleuchtung von der man in spiritueller Hinsicht spricht.

Sehe ich ähnlich, nur dass ich die Erleuchtung als weiteren Entwicklungsprozess erachte, bei dem die Erkenntnis der Eigenattribution eine entscheidende Rolle spielt. Also wirklich der Weg, der uns unendlich viele Erfahrungen und ambivalente Entscheidungsmöglichkeiten bietet, ist das Ziel Smile



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BeitragThema: Re: Ambivalenz   Fr 21 Aug 2015 - 5:15

@smilingcat kein Problem, gleich rein ins kalte Nass hüpfen Wink

smilingcat schrieb:
Die Intuition hat meiner Meinung nach eher weniger mit dem dritten Auge tun. Für mich liegt das Zentrum der Intuition eher zwischen Solarplexus und Hara, während das dritte Auge mittig über den Augenbrauen liegt und auch Stirnchakra genannt wird. Die Intuition ist für mich ein Teil unserer spirituellen Sinne. Wie eben die Augen auch nur einen Teil der Reize aufnehmen und zusammen mit den anderen Reizen von Ohren, Nase, Mund und Haut eine Sinneswahrnehmung in der hier greifbaren Welt schaffen.

Das "Dritte Auge" hat keine Position, es ist mehr eine neuronale Verbindung verschiedener durch Neurotransmitter geformte Bereiche des Neocortex. Es könnte auch im Zusammenhang mit der Zirbeldrüse stehen. Das "Dritte Auge" ist nur versinnbildlicht worden durch Religionen, als sei es in oder unter der Stirn liegend. Dabei ist das Dritte Auge wirklich mehr nur eine Metapher für das Wahrnehmen von Gefühlen, die außerhalb rein sinnlicher und weltlicher Ebenen liegen. Im weitesten Sinne also die Intuition, die weder sensorisch, noch rein physisch erklärbar ist. In der Quantenphysik bildet die eine Art Ebene die außerhalb rein kausaler und physischer Aspekte agieren kann. Ihr verdankt der Mensch daher doch eine Art "Freien Willen", der in der Welt der reinen Kausalität eine Illusion ist, da alle Entscheidungen im Leben nur die Folge kausaler Wechselwirkungen, Instinkte und natürlicher, wie auch künstlicher Bedürfnisse ist. Leider vergisst diese Betrachtung eben völlig die Intuition, die einen sehr wesentlichen Einfluss bei Entscheidungsprozessen spielen kann. Denn man kann auch gänzlich entgegen aller kausalen und rein rationalen, logischen "berechenbaren" Bahnen entscheiden. Am meisten wird dies spürbar, wenn Menschen eine tiefe Liebe verspüren. Der Mensch pendelt daher auch zwischen Egoismus und Altruismus. Der Mensch kann beide Aspekte verkörpern.

Das Dritte Auge besteht in der Metaebene, es ist also mehr Metaphysik (quantenphysikalisch), die Sinnesorgane sind mehr in der Welt der Physik und eben weltlicher Natur (kausal).

Also ja, die Intuition ist mehr ein spiritueller Sinn Smile

smilingcat schrieb:
Sehe ich ähnlich, nur dass ich die Erleuchtung als weiteren Entwicklungsprozess erachte, bei dem die Erkenntnis der Eigenattribution eine entscheidende Rolle spielt. Also wirklich der Weg, der uns unendlich viele Erfahrungen und ambivalente Entscheidungsmöglichkeiten bietet, ist das Ziel

So ist es, es ist nur eine Etappe auf der Reise der Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung, bzw. Selbstvervollkommnung. Und wie bei allem im Leben, der Weg sollte da das Ziel sein. Das wirkliche Ziel ist zumindest im Buddhismus, das Nirwana schon zu Lebzeiten zu erreichen, dann wenn man innere Ruhe und Frieden gefunden hat und bereit ist das Leben voller Entspannung zu verlassen. Dann und nur dann ist man wirklich bereit zum Sterben (in Würde). Man hat die Reise beendet und den Kreislauf der "Wiedergeburten" durchbrochen. Das Ziel ist es also für jeden Menschen das "Loslassen" zu erlernen (dabei sollte man sich aber viel Zeit lassen) Smile

Ich denke wir sind der Sache schon recht nahe und gerade eine gewisse Ambivalenz kann ein Anzeichen dafür sein, es sei denn diese Ambivalenz bedeutet eine innere Zerrissenheit und Anspannung, dann kann dies furchtbar unangenehm sein und man lebt noch mental im Dunklen.

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BeitragThema: Re: Ambivalenz   Fr 21 Aug 2015 - 23:25

cRAwler23 schrieb:
@smilingcat kein Problem, gleich rein ins kalte Nass hüpfen Wink
Ja das ist ein Wesenszug der mich schon ein wenig charakterisiert, wobei ich aber grade da auch an mir arbeite,um eben eher in Ruhe zu reagieren Wink

cRAwler23 schrieb:
Ich denke wir sind der Sache schon recht nahe und gerade eine gewisse Ambivalenz kann ein Anzeichen dafür sein, es sei denn diese Ambivalenz bedeutet eine innere Zerrissenheit und Anspannung, dann kann dies furchtbar unangenehm sein und man lebt noch mental im Dunklen.

Beide Seiten der Ambivalenz bergen doch sehr hohes Wachstumspotential. Die goldene Mitte, das Gefühl der Ruhe und jenseits der Wertigkeit als die Basis um das Selbst zu vervollkommnen mit Rückblick auf bereits ähnlich erlebtes und der veränderten Reaktion und Verarbeitung. Die innere Zerrissenheit und Anspannung birgt das Potential dem zu entwachsen, also durch spirituelle Neuorientierung hin zu einer anderen Einstellung zu dem Problem welches die Ambivalenz verursacht hat. Erik (H.) Erikson beschrieb doch in seiner Identitätstheorie, dass die Identität sich in dem Spannungsfeld der Bedürfnisse des Individuums einerseits und der Reaktion der umgebenden Menschen auf diese, sowie den Umweltbedingungen andererseits, entwickelt.
Grade die negativen Ambivalenzen bergen ja so einige dieser Spannungsfelder und warum sollten die nicht ähnlich fördernd wirken, aber eben auf spiritueller Ebene?

Zum Thema Bewusstsein und dessen verschiedenen Ebenen finde ich die Theorien von David R. Hawkins sehr erhellend. Ich stimme ihm nicht bei allen Dingen zu, aber der Ansatz verschiedener Erlebnisstufen und den daraus resultierenden Wachstumsprozessen ist schon sehr wissenschaftlich, auch wenn die Wissenschaft Kinesiologie als Grundlage natürlich nicht akzeptiert.



cRAwler23 schrieb:
Das "Dritte Auge" hat keine Position, es ist mehr eine neuronale Verbindung verschiedener durch Neurotransmitter geformte Bereiche des Neocortex. Es könnte auch im Zusammenhang mit der Zirbeldrüse stehen. Das "Dritte Auge" ist nur versinnbildlicht worden durch Religionen, als sei es in oder unter der Stirn liegend.

Wenn ich nicht vor einem Jahr einmal gewollt und im rein spirituellen Sinne Psylos genommen hätte, dann würde ich Dir wohl unwidersprochen zustimmen. Nur konnte ich unter dem Einfluss der Pilze wirklich genau an der Stelle "sehen" an der das dritte Auge beschrieben wird. Ehrlich gesagt sind Pilze nicht wirklich mein Weg, diese unkontrollierte Körpererfahrung war mir doch zu heftig  aber ich wollte diese Erfahrung unbedingt machen um ein ungefähres Bild von "der anderen Seite" zu bekommen. Mein Bewusstsein war aber zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich "wach", dennoch konnte ich auch von diesem Erlebnis einiges an Erkenntnissen gewinnen, unter anderem, dass es viele Wege zu genau dieser universellen Liebe gibt, die einem am Ende so eines Trips erwartet. Die habe ich nämlich schon vorher einmal erfahren.
Soweit wollte ich eigentlich gar nicht abschweifen, trotzdem erscheint es mir wichtig zu vermitteln, aufgrund welcher Erfahrung ich auf der Position des dritten Auges beharre. Smile

Natürlich kann es auch sein, dass ich mit dem dritten Auge "gesehen" habe, weil ich genau das erwartet habe, oder weil sich die biochemischen Prozesse eben genau in dem Bereich abgespielt haben.
Rudolf Steiner beschreibt ja ein ganzes ätherisches Organsystem und ich bin überzeugt, dass die Intuition und das klassische Dritte Auge zwei davon sind.

Zum Entstehen von Ambivalenzen ist mir noch aufgefallen, dass ich eher eine Zerrissenheit verspüre, wenn meine Entscheidung auch andere Menschen/Wesen betrifft. Da ist die Angst vor einer falschen Entscheidung besonders hoch, was bestimmt einen Einfluss auf das Entstehen von Ambivalenzen hat.

Ganz schön viel Stoff zum Nachdenken in Deinem Text  scratch
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